B'90/ DIE GRÜNEN Kreisverband Oberberg - Neudieringhauser Str. 2, 51645 Gummersbach

Vorstandsbericht 2025/26

Sowie die vergangene Berichtsperiode ganz im Zeichen des Wahlkampfes stand, ging es auch direkt weiter – die Kommunalwahl stand vor der Tür.

Anfang Mai (9. Mai 2025) kamen wir GRÜNE aus dem ganzen Oberbergischen Kreis zur Kreismitgliederversammlung in Gummersbach zusammen – und haben klare Zeichen gesetzt: für eine verantwortungsvolle Haushaltspolitik, für moderne und transparente Verwaltung, für Demokratie mit Weitblick. Auch standen hier die Wahlen des Kreisvorstandes an und wurde mit beeindruckender Geschlossenheit bestätigt.

(Bild: Der neue Kreisvorstand von links nach rechts: Dr.  Julian Münster, Konrad Gerards, Zora Claßen, Bernadette Reinery-Hausmann, Dr. Sonja Wegner, Dr. Philippe Bergmann; es fehlen Vanessa Radonic, Leon Stank))

Unser Sprecher*innen-Team Bernadette Reinery-Hausmann und Dr. Julian Münster wurden einstimmig wiedergewählt – ebenso Konrad Gerards als Kassierer. Für den erweiterten Vorstand gab es frischen Wind: Mit Dr. Sonja Wegner, Vanessa Radonic und Zora Claßen sind wir künftig paritätisch aufgestellt. Die bisherigen Beisitzer Leon Stank und Dr. Philippe Bergmann wurden ebenfalls bestätigt, als neue Kassenprüferin wurde Beate Mauelshagen gewählt. Herzlichen Dank!

Im Sommer lud der Kreisverband, gemeinsam mit unserer Sprecherin und damaligen Landratskandidatin Bernadette Reinery-Hausmann, selber Unternehmerin und unserem Landtagsabgeordneten Marc Zimmermann, Sprecher für Handwerk und Mittelstand, zum 1. Oberbergischen Unternehmensforum:Grün ein.

Besonders freuten wir uns den Stv. Bundesvorsitzenden unserer Partei und ehem. Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Sven Giegold für das Forum begrüßen zu können. Mit 40 Gäst*innen diskutierten wir in der Alten Vogtei in Gummersbach die Frage, wie sich die Wirtschaft für diese ambivalenten und herausfordernden Zeit zukunftssicher und nachhaltig aufstellen kann.  

Der Sommer war geprägt durch einen intensiven Kommunalwahlkampf quer durch den Kreis. Die Wahl selber am 14.09, war dann jedoch ernüchternd:

Die gestrigen Ergebnisse der Kommunalwahl sind eine große Enttäuschung für uns. Sowohl in den Räten als auch im Kreistag und natürlich besonders für mich als Landratskandidatin. Wir konnten nirgendwo unsere Ziele erreichen. Das ist bitter.“ sagte Bernadette Reinery-Hausmann am Tag nach der Wahl über unser Ergebnis in Oberberg. „Das Abschneiden der AfD ist erschreckend, es bestätigt sich leider die Studienlage, die rechtsextremes Gedankengut bei mehr als 15% der Bevölkerung Deutschlands ausmacht.“

Dr. Julian Münster ergänzte: „2020 hatten wir unser mit Abstand stärkstes Ergebnis auf Kreisebene und in unseren Kommunen. Immerhin haben wir aber gestern tatsächlich das zweitbeste in den 45 Jahren des grünen Kreisverbands erreicht. Wir haben fast 500 Mitglieder, und alle haben sich richtig reingehangen, um an 2020 anknüpfen zu können. Das werden wir auch weiter machen. Es gilt, nicht Stimmungen nachzulaufen, sondern klaren Überzeugungen zu folgen. Für Klima, Natur, Demokratie und Menschenrechte.“

Nach der Wahl kehrt erstmal etwas Ruhe in Kreis- und Ortsverbänden ein – Wahlkämpfe kosten immer einiges an Energie – bevor es am 22. Nov. mit der nächsten Kreismitgliederversammlung weitergeht. Hier ist endlich mal Raum für inhaltliche Diskussionen geben und es werden direkt drei Beschlüsse durch die Versammlung verabschiedet. So bezieht der Kreisverband Stellung zur Novelle des Polizeigesetztes in NRW und zeichnet drei rote Linien auf: 1. Keine Echtdaten von Opfern, Zeug*innen oder Unbeteiligten für KI-Training, 2. Keine automatisierten Datenanalysen ohne klar geregelte, verfassungskonforme Eingriffsschwellen und 3. Keine dehnbaren Schutzgüter wie „Bestand oder Sicherheit eines Landes“.  Der Antrag richtete sich explizit nicht gegen die Polizei, sondern appelliert an eine evidenzbasierte Politik.

Der zweite Beschluss sprach sich für eine lebendige Agger aus und stärkte die Position der Umweltschützer*innen bei uns im Kreisverband, die sich für den Schutz der Artenvielfalt und die Wiederherstellung natürlicher Lebensräume an der Agger einsetzten.

Im dritten Beschluss ging es um die „klare Kante gegen rechts“ und die deutliche Positionierung gegenüber dem alarmierenden Wahlergebnis der AfD. Der Beschluss betont ausdrücklich unseren Auftrag als Grüne Oberberg und als Demokrat*innen Rassismus, Antisemitismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten. Der Antrag wurde von der Mitgliederversammlung einstimmig unterstützt.

Eine Konstante, die uns über das gesamte Jahr begleitet hat, waren die Grünen Frauen, die in regelmäßigen Abständen zum Grüne Frauen Frühstück einluden, um hier, vor allem feministische Themen, gemeinsamen mit verschiedenen Referentinnen zu diskutieren.

Auch unsere Grüne Jugend, unter Leitung von Zora Claßen und Tammo Buchholz hat uns das gesamte Jahr und vor allem während der Wahlkämpfe engagiert unterstützt und gerade in den Sozialen Medien für eine große Reichweite, auch über unsere grüne Blase hinaus, gesorgt. Vielen Dank an die beiden hochmotivierten Gruppen!

Wir freuen uns auf das kommende Jahr, in dem mit der Landtagswahl 2027, wieder ein herausfordernder, aber auch spannender Höhepunkt auf uns gemeinsam wartet!

Julian Münster