B'90/ DIE GRÜNEN Kreisverband Oberberg - Hindenburgstr. 35, 51643 Gummersbach

Inhaltsverzeichnis

GUT LEBEN IN OBERBERG

Gutes Leben – das klingt erstmal groß. Vielleicht sogar ein bisschen pathetisch. Aber eigentlich ist es etwas sehr Konkretes.
Gutes Leben heißt, dass Menschen hier gut wohnen können, dass sie gesund alt werden, dass ihre Kinder gute Bildung bekommen, dass Arbeit fair und erreichbar ist – und dass niemand das Gefühl hat, übersehen zu werden.

Wir leben in einer Zeit, in der jeden Tag eine neue „Sau durchs mediale Dorf“ getrieben wird. Empörung heute, Vergessen morgen. Keine Konsequenzen, keine Kausalitäten. Das hilft niemandem. Uns reicht das jedenfalls nicht. Deshalb machen wir es anders.

Wir starten diese Wahlperiode nicht mit Parolen, sondern mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme: 

Was läuft gut im Oberbergischen Kreis – und wo hakt es wirklich? Dafür arbeiten wir mit öffentlichen SDG-Daten, die in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann-Stiftung konsolidiert und fortlaufend aktualisiert werden. Nicht, um Zahlen einfach zu glauben, sondern um sie infrage zu stellen – im Abgleich mit unserer Realität vor Ort, hier in unserer Heimat.

Wir schauen uns alle 17 Nachhaltigkeitsziele an und bringen sie in einen Realitätscheck: im Austausch mit Kommunen, mit Unternehmen, mit der Arbeitsagentur, mit Vereinen, Initiativen, mit jungen und alten Menschen, mit jenen, die hier geboren sind, und mit denen, die Oberberg gerade erst zu ihrem Zuhause machen. Denn Zahlen ohne Menschen sind wertlos. Und Politik ohne Zuhören ist wirkungslos.

Aber wir bleiben nicht bei der Analyse stehen. Aus dieser Bestandsaufnahme – aus unseren Stärken und Schwächen im Oberbergischen Kreis – kehren wir zurück in den Kreistag und führen dort die politische Diskussion weiter. Wir wollen strategische Handlungsfelder definieren: klar priorisiert, realistisch, wirksam und spürbar. Daraus leiten wir konkrete Maßnahmen ab, formulieren so unsere Anträge – Anträge, die nicht nur gut klingen, sondern im Prozess [Wirkungsorientierung] überprüfbar sind. Und wir wollen diese Maßnahmen regelmäßig evaluieren, um frühzeitig zu erkennen, was wirkt und wo Kurskorrekturen nötig sind. Denn verantwortungsvolle Politik heißt nicht, immer recht zu haben oder fatalistische Sturheit zu zeigen, sondern stets bereit zu sein, nachzusteuern.

Der Oberbergische Kreis ist eine besondere Region: groß, vielfältig, ländlich geprägt, mit starkem gesellschaftlichem Zusammenhalt und einer Wirtschaft, die trotz starker Wurzeln längst innovativer ist, als ihr oft zugetraut wird. Unser Anspruch als Bündnis 90/Die Grünen in Oberberg ist klar: Wir wollen grüne Ziele in konkretes Verwaltungshandeln übersetzen – auch aus der Opposition heraus. Spürbar. Nachvollziehbar. Evidenzbasiert.

Das heißt für uns: ein solidarisches Gesundheitssystem, echten Klimaschutz vor Ort, nachhaltige Mobilität, die erreichbar bleibt, und eine digitale Verwaltung, die den Menschen dient, die Innovation nicht beliebig verzögert und der Wirtschaft Rahmenbedingungen gibt, die Zukunft ermöglichen, statt sie zu verbrennen. Gute Schulen müssen Vielfalt, Integration und Inklusion ernst nehmen. Eine verantwortungsvolle Finanzpolitik muss strukturelle Investitionen möglich machen, statt Probleme zu verschieben, bis Gleise und Autobahnbrücken gesperrt werden müssen. Und ja: Feminismus ist für uns die Grundlage einer pluralen Gesellschaft.

 

Wir Grüne in Oberberg sind die einzige Partei, in der Männer und Frauen gleich stark vertreten sind. Darauf sind wir genauso stolz wie auf fehlenden Fraktionszwang und echte Basisdemokratie. Das alles soll kein Schlagwort sein, sondern Haltung.

Oberberg lebt von Zusammenhalt, von Vielfalt und von Menschen, die Verantwortung füreinander übernehmen. Anders geht es auch nicht, wenn wir Erfolg haben wollen.

Denn das Ziel ist ein großes: Gutes Leben heißt Zukunft für Oberberg.

Die SDGs - Sustainable Development Goals (Nachhaltigkeitsziele)

Was bedeutet Nachhaltigkeit &
woher kommt der Begriff?


Der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist älter, als viele denken.
Hier auf Schloss Homburg schon gab es vor ein paar hundert Jahren ein Verbot zur Abholzung der Wälder. Kaum vorzustellen, dass im Oberbergischen Südkreis kaum mehr ein Wald zu finden war.
Bereits im Jahr 1702 formulierte der sächsische Berghauptmann Hans Carl von Carlowitz daher ein Prinzip, das bis heute gilt:
Es darf nur so viel Holz geschlagen werden, wie der Wald wieder nachwachsen kann.
Er hatte erkannt, dass kurzfristige Ausbeutung nicht nur dem Betrieb schadet, sondern langfristig auch Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft gefährdet.
International geprägt wurde der moderne Nachhaltigkeitsbegriff 1987 im sogenannten Brundtland-Bericht der Vereinten Nationen.
 
Dort heißt es:
„Nachhaltig ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart erfüllt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht mehr befriedigen können.“

Einfach gesagt bedeutet Nachhaltigkeit:
Menschliche Bedürfnisse so zu erfüllen,
dass ökologische Grenzen respektiert und soziale Gerechtigkeit mitgedacht werden.

Nachhaltigkeit hat deshalb drei Säulen:
Ökologie, Ökonomie und Soziales.
Es geht also nicht nur um Umwelt- oder Klimaschutz,
sondern auch um wirtschaftliche Stabilität und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Internationale Abkommen wie das Pariser Klimaabkommen oder politische Strategien wie der europäische Green Deal haben diese Prinzipien weiter konkretisiert.

Ziel ist der Übergang von einer linearen Wirtschaft –
also „nehmen, produzieren, wegwerfen“ –
hin zu einer Kreislaufwirtschaft, in der Ressourcen geschont und wiederverwendet werden.

Nachhaltigkeit ist damit keine Mode.
Sie ist ein langfristiges Ordnungsprinzip für verantwortliches Handeln.

SDG/Nachhaltigkeitsziele in Oberberg

SDG 1 - KEINE ARMUT
SDG 1 – KEINE ARMUT

Wusstest du, dass noch immer rund zehn Prozent der Weltbevölkerung in extremer Armut leben? Das sind fast 800 Millionen Menschen, die mit weniger als 2 Dollar am Tag auskommen müssen.

Doch Armut in Oberberg? „Keine Armut“ bedeutet mehr als nur ein geringes Einkommen. Es geht um fairen Zugang zu Bildung, um bezahl- und erreichbare medizinische Versorgung, um soziale Sicherheit. Es geht um Ausgrenzung, Diskriminierung – und um fehlende Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben.

Das Nachhaltigkeitsziel 1 der Vereinten Nationen verfolgt deshalb ein klares Ziel:
Armut in all ihren Formen und überall zu beenden.


Dazu gehören stabile soziale Sicherungssysteme, eine armutsfeste Alterssicherung, ein garantiertes Existenzminimum und bezahlbarer Wohnraum.

Aber auch Unternehmen sind gefragt. Innovation kann helfen, Armut zu überwinden, etwa durch den Zugang zu neuen Technologien oder zu Finanzdienstleistungen wie Mikrofinanzierung. Gleichzeitig geht es darum, arme und besonders schutzbedürftige Menschen widerstandsfähiger zu machen – gegenüber wirtschaftlichen Krisen, sozialen Schocks und klimabedingten Ereignissen.

SDG 1 ist deshalb kein Randthema.
Es ist die Grundlage für soziale Gerechtigkeit – auch bei uns im Oberbergischen.