Rund 600 Menschen demonstrieren bei 37 Grad in Gummersbach
Der erste Christopher Street Day (CSD) im Oberbergischen Kreis ist am Samstag zu einem historischen Erfolg geworden. Trotz hochsommerlicher Temperaturen von rund 37 Grad beteiligten sich rund 600 Menschen an Demonstration und Straßenfest in Gummersbach. Unter diesen erschwerten Bedingungen war die große Beteiligung ein echtes Statement für Vielfalt, Respekt und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Wir waren mit zahlreichen Mitgliedern aus dem gesamten Kreisgebiet vertreten. Besonders freuten wir uns über die Teilnahme der für den Oberbergischen Kreis zuständigen Bundestagsabgeordneten Nyke Slawik, die den ersten CSD vor Ort begleitete und gemeinsam mit den vielen Besucher*innen ein deutliches Zeichen für gleiche Rechte und eine bunte Gesellschaft setzte.
„Dass sich bei dieser Hitze rund 600 Menschen auf den Weg gemacht haben, ist alles andere als selbstverständlich. Der erste CSD Oberberg hat eindrucksvoll gezeigt, dass viele Menschen in unserer Region bereit sind, Haltung zu zeigen und für Menschenwürde und Zusammenhalt einzustehen“.
Unser Dank gilt insbesondere dem Organisationsteam des CSD Oberberg, den zahlreichen Ehrenamtlichen, den teilnehmenden Vereinen und Initiativen, den Künstler*innen, den Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sowie allen Besucher*innen, die diesen historischen Tag möglich gemacht haben.
Gleichzeitig mahnen wir, den Erfolg des Tages richtig einzuordnen.
„Die große Sichtbarkeit des CSD darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele queere Menschen auch heute noch mit Unsicherheit leben. Gute Öffentlichkeitsarbeit kann leicht den Eindruck vermitteln, gesellschaftliche Akzeptanz sei längst selbstverständlich geworden. Die Realität vieler Betroffener sieht jedoch noch immer anders aus. Für viele Menschen ist ein offenes Leben nicht nur eine Frage persönlichen Mutes, sondern mit sehr realen Risiken verbunden – in der Familie, am Arbeitsplatz, im sozialen Umfeld und nicht selten mit gravierenden persönlichen, beruflichen oder wirtschaftlichen Konsequenzen. Der zunehmende Erfolg rechtsextremer Parteien und die wieder lauter werdenden queerfeindlichen Stimmen verstärken diese Unsicherheit zusätzlich.
Gerade deshalb war dieser erste CSD so wichtig. Er hat den Menschen gezeigt: Ihr seid nicht allein. Es gibt viele, die an eurer Seite stehen. Sichtbarkeit schafft Gemeinschaft, Solidarität macht Mut – und Demokratie lebt davon, dass wir füreinander einstehen.“
Für uns steht fest: Der erste Christopher Street Day war kein Schlusspunkt, sondern ein Anfang. Er hat gezeigt, dass Vielfalt auch im Oberbergischen Kreis ihren Platz hat – und dass viele Menschen bereit sind, diesen Platz gemeinsam zu verteidigen.
