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Vorwort
Liebe grüne Mitstreiter*innen,
er kann ganz schön erschlagend sein – der tägliche Blick in die Zeitungen und sozialen Medien. Das Völkerrecht ist ins Abseits geraten, das Recht des Stärkeren wird zur Norm. Bei uns in Deutschland werden die Errungenschaften im Klimaschutz emsig zurückgedreht – zuletzt mit der Überarbeitung des Gebäudeenergiegesetzes.
Auch hier im Kreis und in den Kommunen ist es für uns Grüne schwieriger geworden, mit unserer Politik Gehör zu finden. Mit deutlich weniger Mandatsträger*innen in den Stadträten und dem Kreistag haben wir an Wirkkraft eingebüßt. Auch die damit verbundenen finanziellen Einschnitte spüren wir sehr: Nicht jede Idee kann umgesetzt, nicht jede Veranstaltung realisiert werden.
So fühlte sich der Start ins Jahr vielleicht etwas träge und mühselig an – aber das ist nach dem Wahljahr 2025 auch gut nachvollziehbar. Wir haben zwei sehr engagierte und tolle Wahlkämpfe geführt, nach denen es erst einmal eine Phase brauchte, um neue Kraft zu sammeln. Aber nicht nur die Fraktionen mussten sich nach den Wahlen neu sortieren und finden – auch im Kreisverband gab und gibt es Veränderungen, sowohl personell als auch räumlich. So sind wir beispielsweise seit vergangenem Monat in der neuen Geschäftsstelle in Dieringhausen, die wir uns mit dem OV Gummersbach und Marcs Wahlkreisbüro teilen.
Jetzt, wo wir uns an die neuen Gegebenheiten gewöhnt haben, gilt es, neue Allianzen zu schmieden und, vielleicht noch stärker als vorher, auf das „Gemeinsam“ mit den anderen demokratischen Parteien zu setzen. Natürlich ist es nicht immer einfach, einen Konsens zu finden, aber es geht ein starkes Signal davon aus, wenn es gelingt. Mit diesem Gedanken haben wir am 8. Mai zusammen mit CDU, SPD und FDP zu einer Veranstaltung eingeladen, bei der wir mit vier spannenden Referent*innen und dem Publikum der Frage nachgegangen sind: „Demokratie schützen! – Aber wie?“. Wir sind uns sicher, dass dies nicht das letzte gemeinsame, parteiübergreifende Format war.
Dieses Miteinander der demokratischen Kräfte ist etwas, das ich mir für dieses Jahr besonders zu Herzen nehmen möchte. Das ewige Gezanke ist für die Demokratie fatal. Intensive Diskussionen, klare Haltungen und die Bereitschaft, gemeinsame Positionen zu finden, sind dagegen essenziell.
Ich denke, es ist unsere Verantwortung, den Bürger*innen zu zeigen: Demokratie bedeutet, dass wir in der Sache streiten können – aber für die Demokratie geeint sind.
Gleichzeitig gilt aber auch:
Zusammenarbeit mit anderen demokratischen Parteien darf nicht bedeuten, dass unser eigenes grünes Profil leiser wird. Im Gegenteil. Gerade wenn Kompromisse notwendig sind, braucht es eine starke, lebendige Partei, die weiß, wofür sie steht. Und dafür brauchen wir euch: eure Ideen, eure Erfahrungen, eure Kritik, eure Zeit und eure Lust, Oberberg mitzugestalten.
Deshalb möchten wir euch ermutigen, euch einzubringen – im Kreisverband, in den Ortsverbänden, in Arbeitskreisen, bei Veranstaltungen, im Wahlkampf und überall dort, wo grüne Politik vor Ort sichtbar wird. In diesem Magazin findet ihr deshalb auch eine Übersicht über unsere Strukturen, Gremien und Beteiligungsmöglichkeiten. Sie zeigt, an welchen Stellen ihr mitreden, mitentscheiden und Verantwortung übernehmen könnt – ganz gleich, ob ihr schon lange dabei seid oder gerade erst anfangt.
Lasst uns mutig in den Sommer starten: offen für Zusammenarbeit mit den anderen demokratischen Parteien, aber zugleich klar in dem, was uns als Grüne ausmacht. Wir haben eine emanzipatorische, progressive und enkeltaugliche Politik zu bieten. Und sie wird mehr gebraucht denn je.
Herzliche Grüße
Julian