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Wasser ist (Über-)Leben – zur Sitzung des Aggerverbandes

Auf der jüngsten Sitzung des Aggerverbandes berichtete Geschäftsführer Dr. Moshage über aktuelle Entwicklungen, die uns hier ganz konkret betreffen: Trinkwasser, Talsperren und deren Füllstände, den Temperaturtrend in der Region, Retentionsflächen und Katastrophenschutz, Gesundheit bei zunehmender Mikroorganismenbelastung in der Wasseraufbereitung und auch technischer Infrastruktur, wie dem Wehr in Osberghausen, das jüngst seine Betriebserlaubnis verlor -Am Ende geht es bei unseren Gewässern auch immer um das ganze Ökosystem.

Und genau hier wird es spannend: Denn diese neuen Informationen betreffen mindestens sechs unserer UN Nachhaltigkeitsziele (SDG) gleichzeitig – und das so deutlich, dass wir aufhorchen sollten!

WAS SIND SDG?

Gute Politik entsteht nicht im Alleingang -sondern im gemeinsamen Denken. Danke hier einmal an alle, die sich aktiv im AK beteiligen!

Mehr Infos zur Sitzung findet Ihr z.B. im Artikel von
Oberberg-Aktuell

Beim SDG 13, dem Klimaschutz, wird deutlich: Unsere Region erlebt einen Temperaturanstieg von zwei Grad – und damit schneller als im globalen Durchschnitt. Regionale Dynamiken verlaufen hier bei uns in Oberberg spürbar schneller.

Nehmen wir unser Wasser. (SDG 6) Die Zahlen des Aggerverbandes zeigen:
Die Niederschläge lagen 2025 rund 25 Prozent unter dem Durchschnitt der Zahlen der letzten 100 Jahre. Die Aggertalsperre steht aktuell bei 62 Prozent Füllstand – üblich wären 68 Prozent. Und Genkel- und Wiehltalsperre liegen rund 20 Prozent unter ihrem Soll. Zwar ist die Versorgung gesichert – doch die Puffer werden kleiner.

Und wer hier weiter denkt – das wirkt direkt auf unsere Gesundheit (SDG 3):
Wenn Gewässer sich stärker erwärmen, steigt die Belastung durch Mikroorganismen. Das bedeutet: Die Anforderungen an die Trinkwasseraufbereitung steigen. Gesundheitsschutz bleibt gewährleistet – aber technisch anspruchsvoller.

Damit sind wir zur Infrastruktur (SDG 9):
Wasserwerke und technische Anlagen, müssen angepasst werden. Resilienz heißt hier vorausschauend abwägen. Retentionsfläche zur Sicherheit bspw. bei klimawandelfolgenbedingten Hochwasserlagen oder blühende Auen, in denen Platz zum Schutz unserer Tiere und Pflanzen geschaffen wird – oder ist vielleicht sogar beides sinnvoll möglich?

Das führt dann unweigerlich zum SDG 11, kommunaler Stabilität: Stabile Talsperrensysteme sind Grundlage für Versorgungssicherheit und Katastrophenschutz. Das betrifft nicht nur einzelne Orte -das betrifft weit mehr als nur unsere Orte oder unseren Landkreis.

Und betroffen ist entsprechend auch, das Nachhaltigkeitsziel 15, unsere Ökosysteme: Veränderte Wasserstände wirken direkt auf Gewässer, Artenvielfalt und ökologische Balance.

Wenn wir über Enkeltauglichkeit sprechen, dann genau hier. Wasserversorgung, Infrastruktur und ökologische Stabilität sind keine abstrakten Themen – sie betreffen unsere Region konkret.

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