Der heutige TAG DES ARTENSCHUTZES ist ein trauriger Tag.

Weltweit und auch in Oberberg geht die Zahl aller Arten und die Individuenzahl immer stärker zurück. Die Ursache ist in fast allen Fällen der Mensch und seine Handlungen, mittelbar und unmittelbar.

Kahlschlag

Dabei gibt es auch Ausnahmen, denn manche Tier- und Pflanzenarten profitieren von den Bedingungen, die wir Menschen schaffen. So vermehren sich eingewanderte Exoten wie der Waschbär, das Drüsige Springkraut oder die Gelbfieber-Mücke, denen steigende Temperaturen oder unbewirtschaftete Täler optimale Lebensbedingungen bieten. Aber das sind die Ausnahmen- und mit der Massenvermehrung der Borkenkäfer in den letzten Jahren erlebt die oberbergische Landschaft eine noch nie dagewesene, schockartige Veränderung. 

Wir sehen Kahlschläge von 10 Hektar und mehr, die es aus ökologischen Gründen eigentlich zu vermeiden gilt. Doch die Förster und Waldbesitzer sehen angesichts des Absterbens nahezu aller Fichten über 40 Jahren keine andere Möglichkeit als den Einsatz der größten Holzerntemaschinen, die es gibt. Innerhalb von Tagen werden Tausende toter Fichten maschinell gefällt, die Jahrzehnte für ihr Wachstum gebraucht haben.

Obwohl Naturschutz und auch wir GRÜNEN schon lange vor den Monokulturen gewarnt haben, war der ökonomische Anreiz zu verlockend. Die Fichte als "Brotbaum" der Waldeigentümer brachte über lange Zeit schöne Erträge, das Risiko einer Massenvermehrung von Schädlingen in einheitlichen Beständen wurde ignoriert oder für beherrschbar gehalten. Der Irrtum kostet nun Existenzen und Leben.

Toter Dachs (Foto:privat)

 

Denn nicht nur Bäume und Pflanzen werden von den Erntemaschinen umgelegt, sonders es fallen dieser großflächigen Lebensraumzerstörung auch viele Tiere zum Opfer. Sie werden aus ihren Bauten vertrieben oder von den Maschinen erfasst. Das Wild verliert plötzlich Rückzugsgebiete und steht unter enormem Stress. Gerade im Winter und Frühjahr, indem die Tiere Ruhe brauchen und sich auf die Setzzeit vorbereiten, ist die Rodung der Borkenkäferflächen in vollem Gang.

Holzerntemaschine im Einsatz (Bild:privat)

 

 

In zweiten Jahr der COVID-19-Pandemie begreifen wir mit unseren Sinnen, was es bedeutet: Der Mensch ist dabei, die Lebensgrundlagen zu zerstören. Die eigenen hier, die von Menschen in anderen Regionen und vor allem und zuerst: die Artenvielfalt als Grundlage allen Lebens. Denn wir Menschen sind als Art nur eine von Vielen- und dieser Planet hat sich ohne uns entwickelt.

Er wird auch ohne uns weiterbestehen. Wir haben es in unserer Hand.



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